Paul Seiler's Zarah Leander Archiv
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 roter Pfeil A K T U E L L E S

 

Anderswo gelesen:

 

Donnerstag, 23. Juni 2011
Davon ging die Welt nicht unter
 von Stefan BroNIIowski
Aus Anlass der dreißigsten Wiederkehr ihres Todestages ist heute vielerorts von Zarah Leander die Rede. Dabei wird, wie üblich, allerhand Unsinn verzapft  vorzugsweise über ihre Rolle im Dritten Reich. Besonders ärgern mich in dem Zusammenhang immer die Ausdrücke „Durchhaltefilme“ und „Durchhaltelieder“. Es besteht zwar kein Zweifel, dass auch unter dem NS-Regime — und unter welchem Regime wäre das je anders? — die Unterhaltungsindustrie sich nebst dem Profit dem Ziel verpflichtet wusste, gute Stimmung zu erzeugen und die Leute von der Realität abzulenken. Wer aber heute noch meint, mit Kino und Schallplatte sei beinahe der Krieg gewonnen oder zumindest verlängert worden, denkt wie Goebbels und irrt. Wer bei Verstand ist, kann doch nicht wirklich glauben, ohne die Filme und Lieder der Zarah Leander und anderer wäre auch nur ein Mensch weniger gestorben. Aber vielleicht wurde manchem in all dem Schrecklichen (an dem er vielleicht selbst mitwirkte, vielleicht auch nicht) doch eine Weile leichter ums Herz, wenn er sich in die visuellen und akustischen Traumwelten verlieren konnte. Ich missgönne das keinem. Und das „Durchhalten“ hat ja eigentlich noch eine andere Bedeutung als die, die Goebbels wollte und auch heutige „Kritiker“ noch gerne haben wollen. Nicht um jeden Preis bis zum Endsieg kämpfen, sondern den Schrecken und den Wahn, in den sie sich verstrickt hatten oder in den sie verstrickt worden waren überleben, das wollten die meisten Menschen. Und das ist der Subtext der zum Beispiel in „Davon geht die Welt nicht unter“ mitzuhören ist, wenn man verstehen will, was der Autor Bruno Balz sagen wollte. Denn der war kein Nazi und kein Durchhaltepropagandist, sondern einer, der erst vor einiger Zeit aus dem Kazett entlassen worden war, nicht zuletzt, weil seine Freundin Zarah Leander sich für ihn eingesetzt hatte. Dass die Texte von Bruno Balz, die oberflächlich betrachtet oft so harmlos und völlig unpolitisch erscheinen, einen subtilen Witz zu bieten hatten und für kundige Leser noch heute haben, den man schwerlich anders als als poetischen Widerstand bezeichnen kann, habe ich vor neun Jahren in einem Zeitungsartikel zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages zu zeigen versucht, den ich hier wieder zugänglich mache.

 

 

 

 UNVERGÄNGLICH – UNVERGESSEN

von Paul Seiler

Zum 30.Todestag von Zarah Leander am 23. Juni 2011
Meine Gedanken gehen zurück in jene Nacht, in der Zarah Leander starb: Seit Tagen wusste man, dass es nach einem zweiten Hirnschlag kritisch um sie stand. In Berlin, wo ich mit kurzer Unterbrechung seit 53 Jahren lebe, war die Hausbesetzer-Szene sehr aktiv. In Zarahs Sterbenacht tobte hier der Häuserkampf, die Martinshörner der Polizeiautos schrillten durch die Straßenschluchten. Um 23 Uhr habe ich mich ins Geschehen gemischt, um mir ein eigenes Bild zu machen. Seit Wochen war es üblich, dass mein Bäcker, der Fleischer, der Zeitungskiosk und der Blumenladen an der Ecke ihre Geschäfte mit Holz verrammelten. Die Hausbesetzer-Szene erstreckte sich von der Potsdamer über Winterfeldt-und Maaßen-bis zur Eisenacher Straße. Die Unruhen, der Lärm ließen keine Nachtruhe zu, sodass ich erst, als der Tag schon wieder hell wurde, das Bett aufsuchte.  
 Es war die Stunde, kurz vor 4, in der das Herz von Zarah Leander aufhörte zu schlagen. 
Erfahren habe ich es erst, als der neue Tag schon zur Hälfte um war.
 Ein Schmerz war plötzlich in mir, als ob es sich um den Verlust eines Familienmitgliedes handeln würde. Dabei lag ein letzter Händedruck  mit der Leander, nach ihrem  Auftritt bei den Wühlmäusen an der Lietzenburger Straße, mehr als 5 Jahre zurück. Auf einer Bühne konnte ich sie bei ihrem letzten Konzert in Berlin am 6. Februar 1978 auch noch erleben. Jetzt aber war  mir plötzlich bewusst, keine Begegnung, kein Gespräch würde je wieder stattfinden können.
Damals konnte ich mir nicht vorstellen, nach dreißig Jahren meine Gedanken jetzt unter der Überschrift  
 UNVERGÄNGLICH – UNVERGESSEN“  
 zusammenzufassen. Dass dies so ist, erfüllt mich nun  mit Genugtuung. Vielleicht hat mein Engagement auch ein wenig dazu beigetragen: durch meine Bücher, die Ausstellungen, Events an den Erinnerungstagen, durch den Film von Christian Blackwood Mein Leben für Zarah Leander“, meine Interviews für Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen. Auch war ich für diverse Fernsehporträts sowie  Ratesendungen Berater, unterhielt 10 Jahre in meiner Wohnung ein Zarah-Museum, beantwortete Briefe und Telefonate. In Sachen Zarah unterwegs war ich in Hamburg, Hannover, Celle, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, München, Baden-Baden, Wien, Genf, im schweizerischen Tessin, auf Gut Lönö in Schweden  sowie im fernen New York. Jetzt im digitalen Zeitalter angekommen, unterhalte und gestalte ich die Zarah-Leander-Homepage mit inzwischen mehr als 6 000 Seiten und 200 000 Besuchern.
Damals konnte ich mir dies alles nicht vorstellen, war erfreut, dass ARD und ZDF ihre Programme änderten und Zarah-Filme sendeten, Zeitungen und Zeitschriften in diversen Ländern Nachrufe brachten und diverse Rundfunkgedenksendungen folgten.
Gefreut und registriert habe ich in den folgenden Tagen, Wochen, Monaten und Jahren all die großen und kleinen Vorkommnisse, die dazu beitrugen, die Leander weiter im Gespräch zu halten, und die es daher wert sind, festgehalten zu werden.
 An der Berliner Mauer konnte man lesen:
Zarah wir vergessen Dich nie! 
    In großen Lettern stand im Juni 1981 auf einem Transparent 
Kann denn besetzen Sünde sein?
an einem der eroberten Häuser am Winterfeldtplatz.      
          Jetzt, 30 Jahre später, gibt es eine Cartoon-Karte zur Alternativenergie:       
„Windrad Typ Zarah Leander 2“ mit dem Liedtitel
  Der Wind hat mir ein Lied erzählt
  Zarahs  Liedertexte wurden im Laufe der Jahre mehr und mehr zu geflügelten Worten, man bedient sich ihrer in der Umgangssprache, sie sind unverwüstliches Populärgut, wurden  unsterblich. So ging und geht es bis heute weiter:  
 [Salzburger Monat]Jenseits von Spießern und deren Moral, die Zarah Leander das Leben zur Qual machten, ist 
     Kann denn Liebe Sünde sein?
       das Thema von „Kultur an der Mur 2011“. 
 
                   DANKE, DANKE, DANKE u.a.an folgende Menschen:
Günter Rühle, Helma Sanders-Brahms, Karsten Witte. Mit den Texten dieser herausragenden Koryphäen bereicherte ich in den kommenden Jahren meine diversen Publikationen:
Günther Rühle (* 3. Juni 1924 in Gießen),einst Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, gehört zu den einflussreichsten Theaterkritikern dieser Republik, er ist ein Mann des Feuilletons und ein Freund des Theaters. Für mehr als ein Vierteljahrhundert hat er das deutsche Theatergeschehen begleitet und es in unzähligen Kritiken, Glossen und Essays beschrieben).1981 gestattete er mir bereitwillig, seine genialen Essays über Zarah Leander zu  zitieren.

Helma Sanders-Brahms (* 20. November 1940 in Emden),Filmemacherin, inspiriert vom kritischen Geist der ausgehenden 1960er Jahre, dreht kritische, politische TV-Filme und Dokumentarfilme über die Arbeitswelt, über Migration und die Situation von Frauen im Nachkriegsdeutschland),deren Texte zu Zarah Leanders Tod, kritisch und mit spitzer Feder, aber voller Respekt verfasst, benutzte ich ebenfalls mit deren Einverständnis.

Karsten Witte (*1944 in Perleberg;† 23.10.1993) war ein deutscher Filmwissenschaftler. Seit 1979 lebte er in Berlin, wo er zuletzt Professor für Filmwissenschaft an der FU Berlin war, der sich ebenfalls unvoreingenommen mit der Leander beschäftigte. Benutzt habe ich seinen Kommentar zu Zarah Leanders umstrittenstem Film „Die große Liebe“,ebenfalls mit dessen Zustimmung.

Federico Fellini (* 20. Januar 1920 in Rimini; † 31. Oktober 1993  in Rom)gilt als einer der wichtigsten Filmemacher und Regisseure Italiens,   bekannte sich zum Erstaunen der Journalisten bei den Berliner Filmfestspielen 1986 während einer Pressekonferenz, als er sich über den deutschen Film äußern sollte, unumwunden zu Zarah Leander: "Immer bekam ich eine Gänsehaut, wenn ich sie hörte. Sie war die Löwin, von der sich ein Mann gerne auffressen lassen würde."                                         

Auch ihn zitiere ich seitdem gerne.
 
Unter den vielen Menschen, die mit mir Kontakt aufnahmen, mein Zarah-Museum besuchten, wurde von denen, die den Krieg noch erlebt hatten, oft geäußert: „Es war eine schreckliche Zeit unter den Nazis, aber wir waren froh, dass es wenigstens noch Filme gab, in denen wir dem streng reglementierten Alltag entfliehen konnten.“ Gerade Zarah Leander „verkörpere mit ihren Liedern eine Gegenwelt zum spießigen Einerlei.“ Nicht umsonst hat der Vordenker Heinrich Himmler (Reichsführer der SS und Chef der Deutschen Polizei) der Leander nachgerufen, als sie ab 1943 keine Filme mehr drehen wollte: „… wir sind vor neuen Filmen bewahrt und die deutsche Frau kann wieder Atem holen.“ 
 Als mir 1985 dieser Text in die Hände fiel, diente er mir fortan auch als   „Zeitzeuge".
 
  Zeitzeugen, die mich beeindruckten:
"Sie war die große Trostspenderin  in einer Zeit, in der es viel zu trösten gab." 
Ein glühender Zarah-Verehrer ist  Gary H.Philipp  (1928), der als Jude mehrere KZs überlebte und mir schilderte, wie ihm und seinen Leidensgenossen das Lied „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh`n“ Mut und Überlebenskraft gab. Er und weitere Mitgefangene  hätten es oft zusammen gesungen. Es war mir möglich, ihn als Zeitzeuge bei Guido Knopp in der Sendung „Hitlers Frauen – Zarah Leander die Sängerin mit  seiner unerhörten Aussage unterzubringen.
 
Victor Klemperer( 9. Oktober1881 in Landsberg an der Warthe; † 11. Februar1960 in Dresden) war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Seine ab 1996 im Aufbau-Verlag veröffentlichten Tagebücher, in denen er akribisch seine Ausgrenzung als Intellektueller jüdischer Herkunft aus der deutschen Gesellschaft im Alltag der Zeit des Nationalsozialismus dokumentierte, gelten heute als wichtiges Dokument der Zeitgeschichte und sind Standardwerke für den Geschichts- und Deutschunterricht. In ihnen schildert er auch seine letzten Kinobesuche  (bevor diese nach der „Reichskristallnacht“ ab November 1938 für Juden verboten wurden), die ihm bis dahin  auch immer Momente der Entspannung brachten. Er zeigte sich beeindruckt von dem neuen UFA-Star Zarah Leander in deren Filmen „La Habanera“ und „Heimat“.
 
Jorge Semprún (* 10. Dezember1923 in Madrid gestorben am 8.Juni 2011 in Paris) ist ein Schriftsteller spanischer Herkunft. Sein literarisches Werk ist gekennzeichnet vom Anschreiben gegen das Vergessen. Als ehemaliger Widerstandskämpfer in der französischen Résistance und gegen die Franco-Diktatur in Spanien ist er, trotz aller politischen Wandlungen, der Moral des kollektiven Widerstands treu geblieben. 1943 wurde er nach Buchenwald deportiert. Von 1946-50 war er bei der UNESCO tätig.Er drückt in seinen überwiegend autobiografischen Schriften eine humane Anklage gegen die Grausamkeiten von Exil, Krieg und Deportation aus.In„Was für ein schöner Sonntag“ schildert er den Alltag im KZ Buchenwald, in dem es auch „Momente der Kameradschaft, der heimlichen Solidarität der „Kumpel“, Momente für Träume von schönen Sonntagen der Vergangenheit  gab. (---) Der SS-Mann auf dem Wachturm musste eine Schwäche für die Lieder der Zarah Leander gehabt haben. Er spielte unentwegt Platten von ihr. (---) Alle Lautsprecher des Lagers verbreiten die tiefe, zuweilen metallisch vibrierende Stimme, diese Stimme, die nur von Liebe spricht.(…) Die Platte wird immer wieder an den stillen Nachmittagen in Buchenwald gespielt. Barizon und ich sitzen uns im leeren Speisesaal von Block 40, Flügel C, im ersten Stock, gegenüber. Wie essen die dünne Schnitte Schwarzbrot, die wir für diesen privilegierten Augenbick in der relativen Stille dieser sagenhaften Nachmittage ohne jegliche Hetze aufbewahrt haben, wenn wir der Nachtschicht zugeteilt sind. Wir hören vage die Stimme Zarah Leanders, die von Liebe spricht, als wäre das Leben nichts anderes als eine Reihe kleiner Freuden, herzzerreißender Sehnsüchte, wie Kristall klirrender Gefühle. Wir unterhalten uns, wobei wir vage die tiefe, vibrierende Stimme Zarah Leanders hören.“ 
 
Heiner Geißler(* 3. März1930, ein deutscherPolitiker der CDU).Von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und von 1977 bis 1989 Generalsekretär der CDU. Im Mai 2007 trat er der globalisierungskritischen Organisation attac bei. In den letzten Jahren sorgte seine Wende zu liberalen bis linken Positionen für beträchtliches Aufsehen. In dem von Elke Heidenreich herausgegebenen Buch Ein Traum von Musik 46 Liebeserklärungenerzählt er, wie er als junger Mann, ähnlich wie Fellini, von Zarahs Stimme fasziniert war: „Meine erste bewusste musikalische Begegnung war Zarah Leander - aus dem Volksempfänger. (---) Es waren Liebeslieder, und ich erlebte plötzlich diffuses Heimweh und offensichtlich verbotene Sehnsucht, weil meine Mutter das Radio immer abdrehte, wenn ich wie gebannt dieser Musik lauschte. (---) Die tiefe Frauenstimme verwirrte  meine Sinne total und machte mich gleichzeitig unglücklich. Dass es ausgerechnet Zarah Leander sein musste, die in mir pubertäre Gefühle weckte, machte mir auch später nichts aus. Dass sie nach dem Krieg der Kollaboration mit den Nazis beschuldigt wurde, tat mir in der Seele weh. Ich kaufte mir später aus Trotz Schallplatten mit ihren Liedern, um die damalige Stimmung wieder aufleben zu lassen.“ 
                                                
Tomi Ungerer (* 28. November1931 in Straßburg, Elsass, Frankreich), ein französischer, international bekannter Grafiker, Schriftsteller und vor allem Illustrator von Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene. Mit der Eröffnung des Tomi-Ungerer-Museums in Strasbourg am 02. November 2007 wird erstmals in Frankreich ein lebender Künstler mit einem Museum geehrt. Mit seinen frechen, provozierenden und immer humorvollen Zeichnungen hat Ungerer seit Jahrzehnten Erfolg nicht nur in seiner französischen Heimat, sondern insbesondere auch im deutschsprachigen Raum bemerkt in derselben Publikation zum gleichenThema:  „Mein Lieblingssänger und auch gleichzeitig meine Lieblingssängerin: Zarah Leander.“
 
Brigitte Mira  (* 20. April1910  in Hamburg; † 8. März2005 in Berlin) war Volksschauspielerin, Kabarettistin, Chanson-Sängerin und bekannt als Berliner Original aus Fernsehserien wie Drei Damen vom Grill. Im Rahmen der Fallada-Revue Kleiner Mann - was nun?, die Peter Zadek 1972 am Bochumer Schauspielhaus inszenierte, lernte sie Rainer WernerFassbinder kennen, durch ihn bekam sie ihre erste große Charakterrolle, in seinem Film Angst essen Seele auf, wofür sie 1974 mit dem "Filmband in Gold" ausgezeichnet wurde.                                                                                                                                                                                                                                                                                               Mit Zarah Leander trat sie in den 50er und 60er Jahren mehrmals in Berlin in der Waldbühne oder im Sportpalast auf. Im Juni 2000 überreichte ich Brigitte Mira, die sich darüber sehr freute, mein Buch "Ein Mythos lebt", und sie erzählte mir auf ihre warmherzige Art von ihren interessanten Begegnungen mit der Leander.
 
Nina Hagen (* 11. März1955 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Sängerin, Schauspielerin und Songwriterin, singt ab 1982 auch Zarah-Leander-Lieder (Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn), gerade junge Menschen entdecken durch sie die Leander, über die sie immer voller Respekt spricht.

Rosenstolz ist ein Musikduo aus Berlin, das aus der Sängerin AnNa R. und dem Songwriter und Sänger Peter Plate besteht. Gegründet wurde die Gruppe 1991 in Berlin-Friedrichshain. Die fast immer auf Deutsch gesungenen Lieder waren zu Beginn stillistisch zwischen Pop, Chanson und Rock angesiedelt.  Mit ihrem Chanson "Zarah in Ketten" fügen sie 1996 der Erinnerungskultur um die Leander ein respektables Juwel bei. Erschienen auf der CD "Objekt der Begierde". 

Dieter Bohlen (* 7. Februar1954 in Berne, Niedersachsen)ist ein deutscherMusiker, Produzent und Songwriter. Mit dem Duo Modern Talking gelang ihm 1984 der Durchbruch. Bis zum Jahre 2008 wurden 160 Millionen Tonträger verkauft, die er selbst produzierte,    1991 textete und komponierte er für Peter Alexander die Hommage an Zarah, erschienen auf der CD Verliebte Jahre. Über die Gesangskunst der Leander äußert er sich in der Öffentlichkeit mit Begeisterung: Wenn die singt, läuft es mir kalt über den Rücken."
 
Peter Alexander (* 30. Juni1926 in Wien; † 12. Februar2011 ebenda)war ein österreichischerSänger, Schauspieler und Showmaster. Von Mitte der 1950er bis Mitte der 1990er Jahre gehörte er zu den populärsten Unterhaltungskünstlern im deutschsprachigen Raum.  Mit viel Einfühlungsvermögen interpretierte er das Bohlen-Lied Hommage an Zarah. Bei diversen Auftritten im Film und auf der Bühne präsentierte er außerdem seine Zarah-Parodien mit viel Liebe, Charme und einem Augenzwinkern.
 
Brigitte Pettersson (29.September 1936), Zarah Leanders langjährige Begleiterin, Sekretärin und Zofe, die wie ich  in den 50er Jahren den Star kennenlernte, sich aber als einzige als deren Freundin bezeichnen darf. Dass es seit 2006 im Gemeindehaus in Häradshammar in Vikbolandet neben dem Friedhof, auf dem die Leander liegt, ein Zarah-Museum gibt, ist allein ihrer Initiative zu verdanken. Besucher aus aller Welt treffen sich dort, über das Jahr verstreut finden diverse Veranstaltungen statt. Siehe auch: www.zarahleander.se 
 
                         Singen mit großem Können und Respekt Zarah-Leander-Lieder:
 
Romy Haag (1951, die grandiose Entertainerin, die ab den 1970er Jahren im provinziellen  West-Berlin das Nachtleben aufmischte.)  Mit ihrer speziellen CD „Frauen, die ich nicht vergessen kann: Marlene Dietrich, Zarah Leander und Hildegard Knef“  erinnerte sie auch an die Leander, deren Lieder zu ihrem Repertoire gehören
                                                                                                                                                                                                                          
Des Weiteren:
Milva, Dunja Rajter, Mireille Mathieu, Karin Pagmar, Elly Lapp, Tanja Froidl, Alexandra Völkel     und viele mehr.
 
Die großen Travestie-Stars verwandeln sich seit Jahrzehnten ganz unterschiedlich in die Leander, stellvertretend nenne ich deren drei: Armand aus Wien, Christina aus Amsterdam, Curt Delander aus Bonn. Am 2. Dezember 2000 gaben die drei Diven unter der Überschrift „Zarah Leander – drei Dimensionen“  in der Urania in Berlin ein umjubeltes Konzert zugunsten der Aids-Hilfe. 
             
Theaterstücke um Zarah:                                                                                                                                                                                                          
Seit den 1980er Jahren existieren die unterschiedlichsten Theaterstücke, die sich mit der Leander und deren Liedgut befassen. Wenn auch noch „Die Dietrich“ dazugehört, wie in den Stücken„Zarah Leander trifft Marlene Dietrich“ oder „Dietrich & Leander“, wird es besonders spannend! 
 
Jutta Jacobi (geboren 1955 in Göttingen) studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in München. Als Journalistin und Feature-Autorin lebt sie in Stockholm und Hamburg. Zum 100. Leander-Geburtstag veröffentlichte sie das Buch „Das Leben einer Diva“, sehr einfühlsam und objektiv mit vielen unbekannten Details aus der Sicht von Zarahs schwedischen Landsleuten.
 
Leander-Filme im Fernsehen, speziell in der ARD und beim ZDF, erreichten bis in die 1990er Jahre immer hohe Einschaltquoten  (Der Blaufuchs im  Juli 1984 11,58 Millionen, Es war eine rauschende Ballnacht im Juni 1983 6,61 Millionen), sodass ich mit Fug und Recht feststellen kann: Mehr Menschen haben nach 1945 Leander-Filme konsumiert als in der Zeit, in denen sie produziert wurden.
3 Fernsehporträts in den Jahren 2000/01 wurden von Millionen gesehen:                                                                                       
ARTE „Ich sag nicht ja, ich sag nicht nein“ von Gero von Boehm.
ZDF „Hitlers Frauen – Die Sängerin“ von Jörg Müllner.
ARD „Legenden“ von Annette Plomin.
Eine Leander-Straße in Potsdam: Seit den 1990er Jahren gibt es sie auf dem Filmgelände  in Babelsberg. Hier drehte die Leander zwischen 1937 und 1942 diverse Filme.
Zwei Hotels am Kurfürstendamm in Berlin erinnern seit den 1990er Jahren an Zarah Leander:                                                                                                                                      
Auf einem Gemälde über der Rezeption im Kempinski die Leander neben Liza Minnelli, Billy Wilder, Michail Gorbatschow und weiteren Promis, die Gäste im Hotel waren. 
In Artur Brauners („Atze“ Brauner * 1. August1918 in Łódź, ist ein polnischer Filmproduzent und Unternehmer) fantastischem Filmhotel „Hollywood Media Hotel Berlin“ wird nicht nur an die erfolgreichen Produktionen von Brauners CCC erinnert, vielmehr ist jedes Zimmer einem Star gewidmet, darunter auch der Leander.  Pressetext:„Hier wird Ihr Besuch zu einem unvergesslichen Spaziergang durch die goldenen Jahre des Films. Unser Hotel in Berlin ist eine besondere Hommage an den Film, an internationale Stars und unvergessene Filmlegenden. Jedes der 182 Zimmer unseres 4-Sterne-Hotels in Berlin ist einem bekannten Schauspieler oder Regisseur des letzten Jahrhunderts gewidmet. Das Thema „Film“ und „Hollywood“ wird im gesamten Berliner Hotel aufgegriffen.“
Schließlich Dank  auch dem Internet inklusiveYouTube: Fast alle Zarah-Lieder sind da abrufbar, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn“ wurde inzwischen weltweit schon 750 000 Mal angeklickt.
Fazit:
In den vergangenen Jahren hat sich eine Internet-und Mediendemokratie etabliert, die das Meinungsmonopol alteingesessener Institutionen ablöst und,  wie im „Fall Leander“, die verschiedensten Meinungen zulässt.                                                                      
 Natürlich gab und gibt es auch eine Gegenbewegung, die nicht nur aus Gründen der Political Correctness der Leander immer wieder den Hitler oder mindestens den Goebbels ans Bein bindet, teils auch nur, weil es so schön gruselig ist, teils auch mit dem Wissen, dass jedweder Verbindung zu den beiden intensivstes  Interesse entgegengebracht wird. Andererseits zerstört man mit Äußerungen, die eine Verbindung zu den Handlungen dieser Kriegsverbrecher herstellen, jede vernunftorientierte Debatte über eine Künstlerkarriere in einer Diktatur. Oft ist auch keine Pointe zu billig, um die Leander zu verunglimpfen. 
                      
Stellvertretend für seine Berufskollegen erlaube ich mir  Manuel Brug  (geboren 1965 in München dort Studium der Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft, Romanistik, Komparatistik und Publizistik.. Seit 1988 Theater-, Musik- und Tanzkritiker bei der Süddeutschen Zeitung. Danach Redakteur bei Opernwelt, Wochenpost und Tagessspiegel)  mit seinen unsinnigen Behauptungen an den Pranger zu stellen:                                    
 (A):Zarah Leanders Name sei eine Erfindung, um dann daraus zu schlussfolgern, „(…) wie vieles, was folgen sollte, war eine große Lüge“. Inzwischen ist diese „gnadenlose Abrechnung“, die zum 100. Leander-Geburtstag in der „Welt“ und der „Berliner Morgenpost“, allerdings unter den Überschriften: „Primadonna mit Scheuklappen“ und  „Diese Augen. Diese Stimme.“erschien, in „Welt-Online “unter der Schlagzeile „Die große Lüge  der Zarah Leander" nachzulesen. Diverse Leser-Kommentare, die dem Autor widersprachen, u.a. auch mein Beitrag, wurden inzwischen gelöscht. Daher möchte ich auch noch auf seine zweite Feststellung eingehen, die lautet:            (B) Der Film „Die große Liebe“ „(…) ist heute nur mit Schnittauflagen zu sehen.“   Er ist seit 2007 ungekürzt auf DVD zu erwerben, verehrter Manuel Brug,                                                
                 „recherchieren, recherchieren, recherchieren und den Beruf ernst nehmen         
 war meine Aufforderung an Sie in meinem Online-Kommentar und des Weiteren: „Die Lügen, die Sie so leichtfertig der Leander unterstellen, fallen Ihnen jetzt vor Ihre eigenen Füße.“            
 Da Sie auch als Buchautor in Erscheinung getreten sind, zitiere ich jetzt, wie Ihre Kollegen Ihre Arbeitsweise mit berufenerer Feder beurteilen: 
Rezensent Kurt Malisch (Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2004) zu Ihrem Buch (Die neuen Sängerstimmen von Cecilia Bartoli bis Bryn Terfel): „Leider lässt die Qualität der neuen Arbeit von Manuel Brug (…) sehr zu wünschen übrig,“ er findet das "inhaltliche und sprachliche Niveau" sogar "bedenklich". Das manifestiert sich für ihn darin, „dass einem schon bei oberflächlicher Betrachtung ein Haufen Druck- und Schreibfehler ins Gesicht springen und sich Brugs Stil zwischen  Flapsigkeit und Formulierungsschwäche bewegt. Dazu kommt eine ganze Reihe sachlicher Fehler. (…)“   Zum selben Buch bemerkt Dieter David Scholz im SWR, "Musik aktuell", gesendet im Februar 2004:   
  „Manuel Brug ist ein krasser Fall von Selbstüberschätzung. Er gleitet in vielen selbstgefällig-gehässigen verbalen Invektiven ins persönlich Verunglimpfende ab,  (…). Auf welchem menschenverachtenden Niveau sich Brug tatsächlich bewegt, offenbart er am deutlichsten, wenn er Andrea Bocelli und Thomas Quasthoff in einem Kapitel abhandelt, das er "Behinderung oder Freakshow" überschreibt. Solch zynische Entgleisungen, aber auch die durchgängige Flapsigkeit seines Stils entlarven ihn als bloßen "Klatschkolumnisten" (…) Beklagenswert ist vielmehr seine Gehässigkeit gegenüber den Sängern und seine fachliche Uninformiertheit. (…)  Wer auch immer für dieses Buch recherchiert hat, war schlampig. (…)".   
  Die Leander hat durch ihre besondere Art, ihre dunkle Stimme, immer auch polarisiert. Ihre Gegner setzen sich aber oft nicht mit ihrem Künstlertum und dessen Wirkung auseinander, vielmehr benutzen sie die „Nazikeule“, um sie zu erledigen. Aber es ist ihnen in den vergangenen Jahren nicht gelungen, und dank der oben erwähnten Möglichkeiten wird es ihnen auch in Zukunft nicht gelingen. Daher auch weiterhin:  
UNVERGÄNGLICH  - UNVERGESSEN
 

   Er heißt Waldemar!

Text: Bruno Balz       Musik: Michael Jary
 
Vor 70 Jahren wurde eines der schönsten Zarah-Leander-Chansons produziert,
das die Leander leicht, elegant, kokett mit ihrer unverwechselbaren Stimme vortrug.
Seit 70 Jahren gespeichert auf Schellack, Tonband, Vinyl und inzwischen auf diversen
CDs, erfreut es immer noch unzählige Hörer:


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 Aufnahmedatum ist der 21.November 1940, Aufnahmeort das Lindstroem- Studio, Raum 2, Schlesische Straße, Berlin

Im November 1940 gelang dem Team Leander–Balz-Jary mit der Veröffentlichung von „Er heißt Waldemar“ ein überaus populärer Erfolg mit subversivem Unterton. Zarah Leander stellt in diesem Liebeslied zunächst das zeittypische, politisch propagierte Erscheinungsbild eines arischen Mannes vor:
Mein Ideal auf dieser Welt,
das ist für mich der kühne Held,
der große blonde Mann!
Er kommt aus einem Märchenland
und reicht mir seine starke Hand,
die mich zerbrechen kann.
So sieht der Mann meiner Träume aus,
seine Name ist Ralf oder Peer,
 
ihr als Schwedin konnte dieses "nordische" Idealbild auch nicht als Parodie ausgelegt werden.  Anschließend zerbricht der Text von Balz jedoch das nationalsozialistische Traumbild:
 
 die Wirklichkeit sieht aber anders aus,
 bitte hören Sie mal her:
Er heißt Waldemar
und hat schwarzes Haar,
er ist weder stolz noch kühn,
 aber ich liebe ihn!
Er heißt Waldemar,
und er ist kein Star,
 seine Heimat ist Berlin,
aber ich liebe ihn!
Der Junge ist das Gegenteil von meinem Ideal,
ich werde nicht mehr klug aus mir,
doch das ist mir egal!
Er heißt Waldemar,  und sein Geld ist rar,
nie krieg ich `nen Hermelin,
aber ich liebe ihn!
 Ich find mich selber sonderbar,
ich nenne alles Waldemar,
mein Auto und den Hund!
Den Vogel, den Chauffeur sogar,
die nenn ich alle Waldemar,
und das hat seinen Grund!
Mir ist es manchmal schon selbst fatal,
denn jeder kennt meine Passion,
und jede Kapelle im Tanzlokal
bringt mir diese Ovation:
Er heißt Waldemar
und hat schwarzes Haar,
er heißt Waldemar
und sein Geld ist rar,
er heißt Waldemar 
und er ist kein Star!
Er heißt Waldemar
und hat schwarzes Haar,
er ist weder stolz noch kühn,
 aber ich liebe ihn!
Ui, der Waldemar,
das ist ein Barbar,
manchmal möcht ich vor ihm fliehn,
aber ich liebe ihn!
Am Morgen „Er,“ am Abend „ER,“
 das ist mein Lebenslauf,
ich schlaf mit seinem Namen ein
und steh auch mit ihm auf!
Er heißt Waldemar
und küsst wunderbar!
Ach, der Mann ist mein Ruin,
aber ich liebe ihn!
Oj, Waldemar!

Die augenfällige Anspielung auf die Diskrepanz zwischen dem von der Politik propagierten blonden Helden und dem schwarzhaarigen Geliebten wird noch durch die Relativierung der Reichs- (und erträumten Welt-)Hauptstadt übertroffen, wenn die Sängerin bei ihrem Waldemar neben vielen anderen auch noch folgenden Nachteil einräumen muss: "Seine Heimat ist Berlin, aber ich liebe ihn." Balz führt den Text zwischendurch geschickt auf das Thema Tanzmusik ("Und jede Kapelle im Tanzlokal bringt mir diese Ovation"), wodurch Michael Jary eine ganze Strophe lang Swing spielen lassen konnte, ohne dass das Lied insgesamt in diese verbotene Kategorie einzuordnen gewesen wäre.

Zitiert nach Wikipedia siehe unter Bruno BalzWikipedia


 

Göran Forsell  2. April 1929 - 14. Juli 2010

Am 14.7.2010 starb Göran Forsell, Zarah Leanders Sohn aus ihrer ersten Ehe mit dem Schauspieler und späteren Verleger Nils Leander (4.Mai 1905 - 16.Juli 1990), der die Leander am 1. September 1927 heiratete, die Ehe wurde 1932 geschieden.

Folgender Zeitschriften-Artikel stammt aus dem Jahre 1973: 

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 Berlin am 15.März 1967: Göran gratuliert seiner Mutter zu ihrem 60. Geburtstag

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  Göran mit seiner Mutter  1936

 


 

 

Ab heute lohnt es sich besonders, immer wieder meine Zarah-Leander-Homepage zu durchstöbern:

Vor ein paar Tagen erwarb ich einige hundert Zarah-Leander-Fotos, (Porträts, Bühnen-, Presse-und Privatbilder) aus den Jahren 1935 bis 1977, die ich in den kommenden Tagen und Wochen in die Homepage,  in die jeweiligen Jahresordner, oder unter Porträts integrieren werde.  Also, noch mehr Freude beim Stöbern  wünscht Ihnen am 4. März 2010 Ihr Paul Seiler. 

Als Vorgeschmack hier schon mal ein unbekanntes Porträt aus dem Jahre 1936, das in Wien entstanden ist.

1936  

 


 

Dieser handgearbeitete Pokal (aus 1 585 g. 925er Silber) wurde der Leander am 15. März 1939, an ihrem 32.Geburtstag, von den vorsitzenden Herren der UFA, Generaldirektor Klitzsch und Produzent Corell, überreicht. Seit dem 16. Oktober ist er in meinem Besitz, ersteigert habe ich ihn am 9. Oktober 2009 in einem Münchner Auktionshaus. Jetzt ergänzt er mein Archiv auf das Allerbeste und hat in meiner Wohnung einen Ehrenplatz.

 

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FRAU ZARAH LEANDER

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IN TREUER UFA-VERBUNDENHEIT

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15.MÄRZ 1939

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Auch auf Zarah Leanders Landsitz Lönö wurde dem Pokal ein Ehrenplatz eingeräumt

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nun erfreut er auch mich jeden Tag aufs Neue

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Wie Zarah Leander in ihren Memoiren diesen Ehrentag beschreibt, ist da auf Seite 203 nachzulesen

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Unteres Bild: Zarah Leander mit UFA-Generalditektor Klitzsch im Januar 1939, anlässlich Ihres Auftrittes beim Berliner-Presseball 

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Berlin, den 26. Juni 2009: Post aus Schweden 

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Über die Ehrenmitgliedschaft in der schwedischen  Zarah-Leander-Gesellschaft habe ich mich sehr gefreut, mit mir sicher auch viele Zarah-Fans:

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Endlich ist auch einer der schönsten Leander-Filme auf DVD erhältlich:

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Obiges Flugblatt habe ich bei der Demo am 9.5. 2009 verteilt: Der Text, den Bruno Balz für Zarah Leander vor mehr als 70 Jahren schrieb,eignet sich auch heute, um auf das verklemmte Verhältnis hinzuweisen, das der Homosexualität immer noch entgegengebracht wird.

SPIEGEL ONLINE berichtete über die Demo unter 'Wie Schwule eiskalt abserviert wurden' und zitierte mich:

("Früher haben wir uns weggeduckt. Man durfte nicht zusammen tanzen oder sich küssen", berichtet Paul Seiler, Jahrgang 1936. Der leicht gebeugte Herr im eleganten Anzug wohnt seit den siebziger Jahren im Kiez und steht jetzt in der Menge vor der Eisdiele. "Das ist eine Art alltäglicher Faschismus. Deswegen bin ich heute hier.")

Veit Medick und Zacharias Zacharakis

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Die Zarah der Schwulen von Tiina Rosenberg

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Ein interessantes Buch aus Schweden, in deutscher Übersetzung  wird es nicht nur in Deutschland geneigte Leser finden.

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Am 15. März feierten wir im Café im Schoeler Schlösschen mit einem aufgeschlossenen Publikum Zarahs 102. Geburtstag

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Anwesend auch Tim & Rolando Jiménez Dominguez, unteres Bild: Der Veranstalter Wolfgang-David Sebastian mit Tim und Paul Seiler 

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Paul Seiler mit Tim und Rolando

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Wiedersehn mit Tim Fischer nach zwanzig Jahren

Am 7. April 1988 besuchte der noch sehr junge Tim Fischer mein Archiv in Berlin. Er war der jüngste Leander-Verehrer der mich aufsuchte, und wir hatten schöne Stunden mit Zarah, lauschten ihrer Stimme, bewunderten Fotos, lasen Zeitungsartikel. Dem Besuch vorangegangen waren Monate angefüllt mit Telefonaten und ein reger Briefwechsel. Die Intensität seiner Liebe sowie das Interesse an Zarah Leander beeindruckten mich. Er bat mich zum Schluss seines Besuches, in ein von mir ersteigertes Tournee- Kleid der Leander schlüpfen zu dürfen. Nach einigem Zögern stimmte ich zu: Eine Verwandlung trat ein, der kleine Knirps (sorry) wuchs über sich hinaus, und sang mit seiner tiefen Knabenstimme: „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“.

Bald danach haben wir uns aus den Augen verloren, allerdings verfolgte ich seine Karriere, in deren Verlauf er sich über die Jahre zu einem erfolgreichen, von Presse und Publikum gleichermaßen gefeierten Chansonnier entwickelte.
Aber nie habe ich einen seiner Auftritte live erlebt. Als er jetzt nach 17 Jahren sein erstes Programm „Zarah ohne Kleid“ wiederaufnahm, besuchte ich eine Vorstellung im Tipi Berlin.
In den vergangen Jahren hatte ich diverse Sänger, mit mehr oder weniger Erfolg, Leander-Lieder vortragen gesehen.
Mit bangen Gefühlen sah ich daher dem Auftritt Tims entgegen.
Aber hier wurde nicht kopiert, hier lauschte ich einer autonomen Stimme, in der sowohl der Ton und die Kraft, als auch das Gefühl und die Zartheit der Leander-Stimme enthalten waren. Es ist Tim Fischer gelungen, Zarahs Stimme zu seiner eigenen zu machen, im Raum schien sie gegenwärtig, obwohl zugleich seine eigene Persönlichkeit dominierte. „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, damit eröffnete er sein Konzert, Erinnerungen an seinen Auftritt in meinem Archiv vor 20 Jahren, vermischten sich mit denen an einen Leander-Auftritt, dem ich am 1. März 1955 beiwohnte, auch da wurde dieses Lied gesungen. Der Zauber, mit dem die Leander damals durch ihre Stimme die Menschen faszinierte, beherrscht heute mühelos der begnadete und geniale Chansonnier Tim Fischer.

Paul Seiler

1 Wiedersehn nach 20 Jahren

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2 Tim Fischer und Paul Seiler Wiedersehn nach 20 Jahren

 

3 Tim Fischer und Paul Seiler

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4 Tim Fischer und Paul Seiler im Gespräch

 

5 Tim Fischer und Paul Seiler im Gespräch

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6 Tim Fischer und Paul Seiler im Gespräch

 

7 Tim Fischer und Paul Seiler im Gespräch

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8 Tim Fischer und Paul Seiler im Gespräch

 

9 Tim Fischer und Paul Seiler im Gespräch

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